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Präventiv-therapeutische Wildnispädagogik

Wildnispädagogische Fortbildung für Mitarbeiter(innen) in der Jugend- und Familienhilfe, im erlebnis- und sozialpädagogischen Bereich sowie in der Suchttherapie und Gewaltprävention

Lehrgang 2011/2012
Gefördert vom Ministerium für Umwelt, Energie und Verkehr des Saarlandes

Ein neuer Impuls für die soziale Arbeit und Suchtprävention mit belasteten Familien, Kindern und Jugendlichen

Begeisterung für das Leben draußen

Wildnispädagogik, die sich am Coyote-Teaching orientiert, ist ein ideales Instrument, um die soziale und therapeutische Arbeit mit belasteten Familien und deren Kindern zu erweitern. Die heilsame (und kostenlose!) Ressource Natur in achtsamer Weise zu erschließen, gibt Jugendlichen und Kindern in schwierigen Lebenssituationen die Möglichkeit, Resilienzen neu auszubilden und zu verstärken.

Die Kraft der Gemeinschaft in Wildniscamps, die gemeinsam das Leben draußen bewältigt, fördert Selbstwert, den Glauben an Selbstwirksamkeit, Konfliktfähigkeit und gibt Geborgenheit. Die Begleitung durch Erwachsene, die sich ihrer Rolle als solche bewusst sind, gibt Orientierung und lässt Raum für angemessenes Kind-Sein. Dies knüpft auch in idealer Weise an die Schutzfaktoren der primären Suchtprävention an. Das Wildniscamp kann für viele auch ein spannender suchtmittelfreier Erfahrungsraum sein, da hier weder Alkohol noch Drogen akzeptiert werden.

Ansatzpunkte des Konzepts

Die Anforderungen des Lebens in der Natur sind nicht einem künstlichen Erfahrungsfeld entsprungen, sondern ergeben sich aus den Notwendigkeiten des Überlebens. Dabei hat jeder und jede seinen/ihren Platz, an dem er/sie Fähigkeiten einbringen kann, die sonst verschüttet sind oder nicht geachtet werden. Scham oder Isolation, wie sie z.B. Kinder aus suchtbelasteten Familien kennen, spielen erfahrungsgemäß in der Wildnisgruppe eine geringere Rolle. Wir bieten mit unserem Konzept kein extremes Überlebenstraining, sondern einen Erfahrungsraum in einfachen natürlichen Zusammenhängen, aus dem jeder als Gewinner hervorgeht.

In dieser Fortbildung werden die Grundlagen der Wildnispädagogik vermittelt. Die Teilnehmer werden befähigt, diese Inhalte angepasst auf das jeweilige Arbeitsfeld mit Familien, Kindern oder Jugendlichen übertragen zu können. Sei es in einem Wildniscamp oder auch in einer fortlaufenden Gruppenarbeit übers Jahr oder einzelnen Tagen draußen im Wald.

Ein wesentlicher Bestandteil der Fortbildung wird aber die Verbindung von Wildnispädagogik mit der sozialpädagogischen und therapeutischen Arbeit sein. Alle Erfahrungen und Kenntnisse, die die Gruppe im Wildniscamp erwirbt, werden reflektiert, an welcher Stelle der Arbeit mit Klienten sie stehen, wo sie unterstützend wirken und wie sie eingesetzt werden können.

Und nicht zuletzt: die eigenen Erfahrungen während der Fortbildung sollen Begeisterung für das Leben im Wald wecken und befähigen, diese weiterzugeben, und so einem schwierigen Arbeitsfeld wieder neue Impulse zu geben.

Daten der Fortbildung

Dauer:
Der Fortbildungslehrgang umfasst 6 Module à 3 Tage (Freitagmittag bis Sonntagmittag); nur das erste (Kennenlern-) Modul ist auf 4 Tage verlängert. Die Auswahl und Reihenfolge der Themen kann sich aufgrund des Wetters und gruppeninterner Prozesse etwas verändern.
Beginn des Lehrgangs: 23. September 2011. Ende: 08. Juli 2012.

Unterbringung und Ausrüstung:
Der gesamte Lehrgang findet grundsätzlich unter den authentischen Bedingungen des Wildniscamps statt – also in freier Natur. Eine genaue Ausrüstungsliste bekommen die Lehrgangsteilnehmer(innen) rechtzeitig vor dem Lehrgangsstart zugeschickt.

Preise und Anmeldung:
Der Lehrgang wird finanziell vom Ministerium für Umwelt, Energie und Verkehr des Saarlandes unterstützt. Die Teilnahmegebühr für den gesamten Lehrgang (6 Module) beträgt EUR 319,00. Der Lehrgang kann nur als ganzer belegt werden.

Die Teilnahme ist nach schriftlicher Anmeldung möglich. Bitte verwenden Sie für die Anmeldung das Formular am Ende des Prospekts oder melden Sie sich online auf unserer Webseite an.

Veranstalter:
Der Lehrgang wird von stratum im Auftrag des Ministeriums für Umwelt, Energie und Verkehr des Saarlandes durchgeführt. Kooperationspartner sind die AWO Saarland und die Aktionsgemeinschaft Drogenberatung e.V.